Originalcover von „Das Vertrauen, das bleibt“ von Kevin Birdie
Kevin BirdieOriginalcover

Roman104 Seiten

Das Vertrauen, das bleibt

Ein verlorenes Handy. Ein anonymer Anruf. Kleine Gesten, die andere Leben verändern. Ein Roman über Neuanfänge und das Vertrauen in das, was bleibt.

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Zwischen den Zeilen

Ein Fundstück. Andere Lebenswege.

Birdie findet ein Telefon, als er zum ersten Mal seit Langem langsam geht. Der Fund und ein anonymer Anruf führen ihn zu Menschen und Möglichkeiten, die er sonst übersehen hätte.

„Das Vertrauen, das bleibt“ ist ein literarischer Roman mit magischem Realismus. Er verbindet einen Neuanfang nach dem Jobverlust mit kleinen Gesten, ungewöhnlichen Begegnungen und der Freiheit, anderen Menschen ihre eigenen Entscheidungen zu lassen.

Für Kevin Birdie hat jede Handlung Resonanz. Wir entscheiden, was von uns ausgeht; wann und wie es wirkt, lässt sich nicht kontrollieren. Wie verändern sich Lebenswege, wenn sich ein Moment um wenige Sekunden verschiebt? Der Roman lädt dazu ein, sich selbst besser zu verstehen.

Über den Autor Kevin Birdie

Leseauszug

Das fremde Handy

Kevin Birdie · Manuskriptstand 25. September 2026

Das Telefon lag auf dem Boden einer Straße, auf der Menschen meistens zu schnell unterwegs waren, um Dinge zu bemerken.

Birdie sah es, weil er gerade langsam ging.

Langsam gehen war neu für ihn.

Früher war er oft gelaufen, als müsse er sich selbst einholen.

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Jetzt ging er langsamer, nicht aus Ruhe, sondern aus Erschöpfung.

Das Handy lag halb unter einer Bank. Schwarzes Display, gesprungene Schutzfolie, ein kleiner Aufkleber auf der Hülle. Nichts Besonderes. Und doch blieb Birdie stehen.

Er hätte weitergehen können.

Das wäre nicht böse gewesen.

Ein Mensch kann nicht jedes verlorene Ding der Welt aufheben.

Aber dieses lag vor ihm.

Also hob er es auf.

Auf dem Display erschien ein gesperrter Bildschirm. Kein Hinweis, kein Name, nur ein Foto von einem Himmel, der sehr blau gewesen sein musste, als ihn jemand aufgenommen hatte.

Birdie sah sich um.

Auf der anderen Straßenseite stand niemand.

Ein Stück weiter vorn schob eine Frau ein Fahrrad. Ein Mann telefonierte. Zwei Jugendliche lachten. Ein Bus fuhr an und zog nasse Luft hinter sich her.

Dann sah Birdie einen Mann, der immer wieder an seine Jackentasche griff.

Der Mann war schon fast an der Kreuzung.

Birdie rief.

Der Mann hörte ihn nicht.

Birdie lief los.

Er rief noch einmal.

Diesmal drehte der Mann sich um.

„Ich glaube, das gehört Ihnen“, sagte Birdie und hielt das Handy hoch.

Der Mann sah zuerst auf das Gerät, dann auf Birdie. In seinem Gesicht geschah etwas, das Birdie nicht erwartet hatte. Nicht nur Erleichterung. Etwas Weicheres. Als hätte jemand ihm einen kleinen Teil seiner Welt zurückgegeben.

„Das ist das Handy meiner Tochter“, sagte der Mann.

Birdie wusste nicht, was er darauf sagen sollte.

„Dann ist gut, dass es nicht weg ist.“

Der Mann nickte. „Wem darf ich danken?“

„Birdie.“

Man nannte ihn Birdie. Niemand wusste mehr, warum, und seinen richtigen Namen kannte niemand. Der Fremde fragte nicht danach. Er wiederholte den Namen, als wolle er ihn behalten. Dann sagte er:

„Danke.“

Birdie winkte ab.

„Kein Problem.“

Es war ein kleiner Moment.

Ein fremdes Handy.

Ein kurzer Lauf.

Ein Danke.

Dann ging jeder weiter.

So sahen viele Dinge aus, bevor man wusste, dass sie bleiben würden.

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